Die Biblischen “Statuen”: Milch und Fleisch
(Übersetzung aus dem Rundbrief vom First Covenant vom Juni 2007)
Die biblischen “Statuen” bilden den etwas mystischen Teil der Torah. In den letzten drei Ausgaben haben wir gesagt, dass insbesondere die Torah-Gesetze, die sich ums Essen handeln, ein Beispiel für die göttlichen Gesetze sind, die wir als “Statuen” bezeichnen. Dies sind Gesetze, die, ungleich der Noachidischen Gesetze, nicht unbedingt logisch sind. Trotzdem, so verspricht uns G’tt, wird die Zeit kommen, dass die Menschheit ihre Größe entdecken wird (5. Moses 4, 6-8).
Wir zitieren vom Rainbow Covenant: “G’tt befiehlt dem Juden, seine Diät zu reinigen, das Reine vom Unreinen zu trennen. Er lobt auch jeden Anderen, der sich entschließt, gleichfalls so zu essen.” (siehe auch 1. Moses 7; 5. Mose 4, 6-8; Jesaja 56, 6; Psalmen 19, 9 und 119, 1)
Ein Grundsatz der Torah-Deutung, ein unwechselbares Prinzip davon ist, dass die Torah keine überflüssigen Wörter enthält, nicht einmal überflüssige Buchstaben. Und trotzdem warnt sie Israel nicht weniger als dreimal: “Du sollst nicht das Junge (ein stillendes Lamm, Kalb oder Zieglein) in der Milch seiner Mutter kochen.”
Offensichtlich ist das wichtig für G’tt. Wenn wir uns die mündliche Überlieferung anschauen, um besseres Verständnis zu bekommen, finden wir, dass es unheilig, tugendlos und sicherlich unsensibel ist, Fleisch zu essen, welches in der Milch einer Mutter gekocht wurde.
Rainbow Covenant erklärt eingehend die physischen Wirkungen von Milch oder Käse zusammen mit Fleisch auf den Magen: Dass es ein Völlegefühl erzeugt und dass es eine grobe, fettige Kombination ist. Aber der Symbolismus dieser Tat ist sogar noch störender:
Weiter aus dem Rainbow Covenant : Milch bedeutet Wachstum und Leben für alle höher entwickelten Säuglinge. Milch ist das Symbol der lebensgebenden Mütterlichkeit, Mutterliebe. Und Fleisch ist natürlich das Gewebe eines Lebewesens, dass sein eigenes Leben aufgegeben hat (nicht unbedingt freiwillig, zumeist!) damit der Mensch es essen kann.
G’tt hat dem Menschen Herrschaft über alle anderen Wesen gegeben, einschließlich der Wesen, die er essen will. Aber Er erwartet von uns diese Herrschaft weise und würdig zu verwalten. Dies wirft die Frage auf, ob wir nicht darauf verzichten sollten, das tote Fleisch unserer Mitwesen, ihr höchstes Opfer für unser Wohlbefinden, zusammen mit ihrer Milch, dem Symbol der Mutterliebe, zu essen?
Wir hoffen, dass dies Niemandem auf die Zehen tritt. (Obwohl es ein Sprichwort gibt, das besagt, dass es der Zweck der Religion ist, die Leidenden zu trösten und den Selbstzufriedenen auf die Zehen zu treten.)
Die Torah Gesetze hinsichtlich Fleisch und Milch sind keine Noachidischen Gesetze. Jedoch wurden sie gegeben, wie die gesamte Torah, um den Menschen einfühlsamer zu machen und unsere Praxis und unser Verstehen von Gottes Wegen zu schärfen.